Digitalisierung mit ihren vielfältigen Impulsen für Gesellschaft und Leben – ohne Inspiration? Unmöglich für Christoph Vilanek, CEO der Freenet Group. Seine drei wichtigsten Bausteine wurzeln im Analogen: Liebe zum gedruckten Wort. Wertschätzung für persönliche Gespräche statt endloser Telefonate. Leidenschaft – auch für technischen Fortschritt. »Wir bringen Computern bei, Dinge zu automatisieren und zu sprechen. Erkenntnis tieferen Sinns von Worten bleibt allerdings den Menschen vorbehalten.« Was so sehr Gesellschaft und Leben verändert wie Digitalität, kann Gräben aufwerfen und enorm Angst machen. Umso wichtiger ist es für Vilanek, den Blick auf Menschen zu konzentrieren. Sie brauchen Begleitung und Rat – anstatt sie einer als übermächtig empfundenen Technik zu überlassen. In Kombination mit seiner eigenen Ungeduld, aber auch Neugier ist das Christoph Vilaneks Perspektive und Zukunftsvision von Digital Lifestyle. Orientierung über den Kauf hinaus, gezielte Hilfestellung und Rat für Kunden: »Wir verkaufen den Zugang zu einer mobilen, modernen Welt, keine SIM-Karten oder Smartphones.« so beschreibt Vilanek den für ihn wichtigsten Erfolgsfaktor. Digital Lifestyle bedeutet für ihn optimistische Verantwortung – für eine Welt, die nicht allein von Technologie und Digitalität der Denkmodelle aus Silicon Valley gesteuert werden darf.

Der Leiter der Papierfabrik Gmund Florian Kohler ist Papiermacher aus Leidenschaft, »an einem der schönsten Orte Deutschlands, wo die schönsten Papiere der Welt entstehen«. Er animiert seine Zuhörer zum beherzten Griff in die ausgelegten Papiertüten. »Zerknüllen Sie das erste Blatt!« und flugs fliegen kleine weiße Bällchen quer durch die Halle 27. Eine spielerische Verbindung zwischen den Gästen, die gleichzeitig Kohlers Botschaft transportiert. Anfassen. Spielen. Spüren. Miteinander, gemeinsam, mit einem Lächeln, hinter dem sich eine Haltung verbirgt: Unternehmerische Überzeugung, Verantwortungsbewusstsein, Leidenschaft fürs eigene Tun. Er erzählt von seiner Passion für Papier. Von Echtheit, die ihre Wurzeln in Tradition hat und deren starke Äste aus Verantwortung und Vision bestehen – für die Umwelt, für Menschen, Ressourcen und Qualität, zu der auch Lebensqualität zwischen analog und digital gehört. Wie wichtig analoge Hilfsmittel sind um Inhalte, Wertigkeit und Qualitäten zu transportieren verdeutlicht die Fortsetzung des Experiments mit dem Publikum: In den kleinen Papiertüten auf den Tischen steckt neben dem weißen Blatt auch ein kleiner Bogen festen Papiers. Golden. Seidenglänzend. Mit sanft strukturierter Oberfläche, die den Fingerspitzen das sinnliche Vergnügen des Berührens beschert. Zerknüllen soll das Publikum auch das goldene Blatt? »Kollektive Verweigerung« stellt Florian Kohler kurz und bündig fest. Wen wundert's?

Der verbale Schlagabtausch der beiden key note Sprecher wird ergänzt von drei Impulsvorträgen, die das Thema fachlich sehr gut abrunden und aus verschiedenen Perspektiven spannungsvoll beleuchten:

»Connected Everything« ist Markus Greves plastische Umschreibung der vielseitigen Verbindungen im Digitalzeitalter. Einerseits taucht er als Managing Director Digital Business bei KOCHAN & PARTNER in die digitale Welt ein mit den staunenden Augen eines Kindes, als Entdecker und Erforscher, andererseits mit handfestem Interesse: Schnelligkeit, Beweglichkeit und stete Entwicklung des Digitalen bieten sinnvollen Mehrwert für Kunden und Nutzer. Allumfassende Verknüpfungen von Datenquellen verändern kommunikative Strukturen. Im »Internet der Dinge« tritt alles miteinander in einen digitalen Dialog der unbegrenzten Möglichkeiten.

104 - 71 - 12: Im One World Trade Center gibt es 104 Stockwerke, 71 Aufzüge, 12 Rolltreppen. Die technischen Helfer senden permanent Daten in die Cloud, unterschiedlichste Technologien sind miteinander vernetzt. Mit hohem Nutzwert – Pannen werden reduziert, Ausfälle kalkulierbar, Fehlerdiagnosen erleichtert, Wartungsfenster verkürzt und optimiert. Ein Beispiel aus der Industrie, mit dem Stephan Fasshauer von Microsoft aus seiner Erfahrung erläutert, was sich hinter dem eher diffusen Begriff »Internet der Dinge« verbirgt. Von führerlosen Traktoren und anderen Landmaschinen bis zu selbstfahrenden Autos: Digitalität schafft über Vernetzung mehr Produktivität, intelligentere Lösungen – und Zukunft.

Ein spielerisch-visionäres Feuerwerk der Utopien entfesselt Alexander Pohl, CD bei KOCHAN & PARTNER – seine interaktive Reise in die Welt der Fantasie ist beeindruckend. Via Apps an Stimmungen und Situationen angepasst, bleibt Mode nicht länger statisch, Kleidungsstücke werden zum Statement. Schuhe, per Smartphone konfiguriert, reagieren mit Farbspiel und Lichteffekten auf die Klangkulisse ihrer Umgebung. Mithilfe von Crowdfunding könnte aus dem unscheinbaren Metallteil »Knocki« ein Technik-Gadget werden, mit dem unterschiedlichste Dinge von Smartphone bis Türöffner gesteuert werden können. Ob intelligente Schals, die Sinneseindrücke simulieren oder selbstfliegende Drohnen für Action-Selfies … da gibt es noch »one more thing!«.

Umrahmt von Monique Laruelles Creative Dinner, begleitet von exzellenten Weinen, die von einem leidenschaftlichen Sommelier vorgestellt wurden, und von Boris Kochan sowie Johannes F. Woll amüsant moderiert: Die PORT #4 hat nicht nur unser Publikum, sondern auch uns bei KOCHAN & PARTNER mit einem Lächeln und jeder Menge Inspirationen nach Hause geschickt.